Words: Christina Aguilera
Nach meiner Abwesenheit melde ich mich langsam aber sicher zurück, mit einem etwas längeren Text… kürzlich für die Uni verfasst und für druckfähig befunden möchte ich Euch meine Plattenkritik zu Miss Aguileras neuem Song “Not myself tonight” natürlich nicht vorenthalten…
Schlimmer geht‘s prinzipiell eigentlich immer. Ob Mark Medlock den sechzigsten Sommerhit rausbringt oder Xavier Naidoo über Gott und die Liebe wiederkäut – nichts ist so schlimm, dass man dem Ganzen nicht doch nochmal die Krone aufsetzen kann.
Im besonderen Fall von Christina Aguilera dagegen, die gerade ihre neue Scheibe „Bionic“ auf den Markt geworfen hat, stellte sich regelmäßig die Frage: „Geht‘s überhaupt noch schlimmer?“ Dass bei der künstlichen Platinblondine noch so einiges geht, beweist ihr neuester Song „Not myself tonight“ (neben Leckerbissen wie „Sex for Breakfast“ oder „Elastic Love“ nur eins der Highlights des Albums). Wer dachte, dass Miss Aguilera nach Babypause und Big Love mit ihrem bärtigen Produzenten und Musikbranchen-Hobbit Jordan Bratman, endlich häuslich geworden ist und mal einen Gang zurückschaltet, der täuscht sich gewaltig.
Das Video zu „Not myself tonight“ ist ein Feuerwerk für Fetisch-Freunde und pubertäre Halbstarke und wohl die Krönung jeglicher „Sex sells“-Maßnahmen, die wir von Christina Aguilera gewohnt sind. Denn wer in der Versenkung verschwunden ist, muss umso spektakulärer auch wieder auferstehen! Skandale erfrischen ja bekanntermaßen das Image.
Mit Strass und Nieten besetzt und einem Pferdezaumzeug im Mund räkelt sich die frisch gebackene Mama einmal mehr zwischen leichtbekleideten Tänzern – ein Lack und Leder Outfit jagt das Nächste. Und so richtig entscheiden, wen sie jetzt eigentlich küssen soll (Frau oder Mann), kann sich Christina dann auch wieder nicht. Aber wer die Wahl hat, hat eben die Qual. Ob Gruppensex, eindeutige Bettszenen oder eingeschnürte Fetisch-Posen – das Video lässt keine Wünsche offen und kein Auge trocken. Und wenn Sohnemann das sieht, kann er nur mächtig stolz darauf sein, was sein größtes Vorbild da fabriziert hat.
Es bleibt zu hoffen, dass nicht allzu viele kleine Mädchen das Video auf einschlägigen Musiksendern vorgeführt bekommen – Lack hat in der Grundschule einfach nichts zu suchen, die obligatorischen Lackschuhe ausgenommen. Interessant wäre es nun noch zu erfahren, was Aguilera und Gefolge eigentlich zu ihrer Vorbildfunktion zu sagen haben. Auch die poppigen Techno/Elektro/Wasauchimmer-Beats können leider nicht über die eindeutige Nachricht des Songs hinwegtäuschen. Schade, denn eigentlich hatte „XTina“ zwischendurch ganz gut die Kurve gekriegt und mit moderateren Balladen von sich Reden gemacht.
In diesem Sinne: „Someone call the doctor cause I lost my mind“

am 19. Juli 2010 um 20:56 Uhr.
du bist wieder daaaaaa!! das freut mich jetzt aber! werde auch weiterhin deinen blog mit größter freude verfolgen!
ach ja, und kudos für den artikel: ich würde sagen, da hat sich jemand den richtigen studiengang ausgesucht:-)